Workshops für Berufsstarter in Bonn Bad Godesberg

Parallel zum Herbstsymposium der Bezirks- und Verwaltungsstelle Köln in der Stadthalle Bad Godesberg boten Zahnärztekammer und KZV Nordrhein unterstützt von FVDZ, DZV und ZA eG nun schon zum dritten Mal eine Informationsveranstaltung für 150 junge Zahnärzte an. Diese konnten sich in drei Workshops über Themen informieren, die besonders auf angestellte Zahnärzte, Assistenten und Zahnärzte vor der Niederlassung zugeschnitten waren.

Während im großen Saal das Herbstsymposium der Bezirks- und Verwaltungsstelle Köln Standespolitik und Fortbildung vereinte, fanden Anfang Oktober in kleineren Sälen der Stadthalle Bad Godesberg parallel dazu drei genau auf Berufsstarter zugeschnittene Workshops für angestellte Zahnärzte und Assistenzzahnärzte statt. In kleinen Gruppen konnten sich die jungen Zahnärzte über die verschiedenen Möglichkeiten der beruflichen Lebensplanung informieren. Jeder Teilnehmer hatte so nicht nur die Gelegenheit, allen drei Impulsvorträgen zu folgen, sondern auch Fragen zu stellen und sich an der anschließenden Diskussionsrunde aktiv zu beteiligen.

Wege in die Selbstständigkeit

Dr. Anke Klas und Dr. Saskia Schauseil, beide niedergelassen, stellten in ihrem zweigeteilten Vortrag zuerst ausführlich Vor- und Nachteile von Praxisübernahme und Neugründung gegenüber. Anschließend widmeten sie sich der Frage der Standortwahl in der Stadt bzw. auf dem Land. Während beide von den eigenen, nicht langen zurückliegenden Erfahrungen profitierten, brachte KZV Vorstandsmitglied ZA Andreas Kruschwitz das in langjähriger Tätigkeit erworbene Wissen ein.

Work-Life-Balance: Was steckt dahinter?

Alexander Saenger und Dr. Nicola Rosarius, ebenfalls in eigener Praxis niedergelassen, vermittelten den Teilnehmern sehr anschaulich und an lebendigen Beispielen aus ihrem Alltag ihre persönlichen Erfahrungen in Berufs- und Lebensplanung. Dr. Bernd Mauer, Mitglied des Vorstandes der Zahnärztekammer Nordrhein, stand den beiden Referenten unterstützend zur Seite. Tools wie „Eisenhower-„ und „Paretoprinzip“ können Existenzgründer dabei unterstützen, den Spagat zwischen Privatleben und Arbeit zu meistern. Dabei spielen u.a. die Niederlassungsform, eine gute eigene Organisation, die sinnvolle Verwendung von EDV-gestützten Hilfsmitteln sowie eine gute Vernetzung eine große Rolle.

In umfangreichen Angeboten von Zahnärztekammer und KZV wird den Existenzgründern sehr gute Unterstützung gewährt. Auch in Zeiten von Facebook, Instagram etc. sollte die Bedeutung der Stammtische nicht unterschätzt werden, denn hier wurden schon der ein- oder andere persönliche Kontakt geknüpft und Wege ins Berufsleben geebnet.

Zahnmediziner und BWL

Die Zahnärzte Stefan Piepiorka und Maximilian Eßer erläuterten unterstützt von den Vorständen der ZA eG Dr. Andreas Janke und Tobias Wagner grundlegende Faktoren für den wirtschaftlichen Betrieb einer Praxis. Dabei warteten sie mit aussagekräftigem Zahlenmaterial aus der Praxis auf.

Den überwiegend angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten wurde beispielhaft dargestellt, was eine Praxis im Durchschnitt kostet, wieviel man erwirtschaften muss und wo man entsprechende Berechnungshilfen erhalten kann. Tilgungspläne, Kosten- und Einnahmestrukturen wurden ebenso erläutert, wie die unterschiedlichen Geldflüsse bei GKV und PKV.

Zeit für Antworten

Tobias Wagner, Vorstandsmitglied der ZA eG erläuterte im anschließenden Kolloquium „Betriebswirtschaft in der Zahnarztpraxis“ noch einmal den Zusammenhang zwischen Einnahmen und Gewinn und wies auch hier noch einmal eindringlich darauf hin, wie wichtig es ist, die eigene Liquidität im Auge zu behalten.

In den anschließenden Fragerunden ging es den Berufsstartern immer wieder um Arbeitszeiten, Teilzulassungen, Zulassungsbeschränkungen, finanziellen und zeitlichen Aufwand, Dauer der Abzahlungen und Wichtiges bei der Praxisübernahme. Reges Interesse bestand auch bezüglich Organisation, Delegation, Steuerberatung und Zeitplanung für die Gründung einer Praxis. Gefragt wurde, ob man Praxisräume besser mieten oder kaufen sollte sowie nach möglichen Niederlassungsmodellen. Recht groß wirkte die Unsicherheit vieler Teilnehmer bezüglich der Frage, wie die wirtschaftliche Lage einer zu übernehmenden Praxis realistisch eingeschätzt werden kann.

Alles in allem ist es den Veranstaltern wieder gelungen, den jungen Zahnärztinnen und Zahnärzten mit einem tollen Programm sinnvolle Hilfestellung an die Hand zu geben. Die Referenten nahmen sich sehr viel Zeit, alle Fragen zu beantworten, teilweise in der großen Runde, aber auch in persönlichen Gesprächen am Rande. Zusätzlich können einzelne Themen im Blog „dentists4dentists.de“ von Zahnärztekammer und KZV Nordrhein, FVDZ, DZV und ZA eG noch einmal nachgelesen werden. Oder kommen Sie im nächsten Jahr zur IDS. Auch hier wird es eine Kooperation geben und auch hier heißt es: „Herzlich willkommen!“

Dr. Uwe Neddermeyer, KZV Nordrhein

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