Take the Chance – Schritt in die Selbstständigkeit gewagt
In einer kleinen Serie beantworten junge Zahnärztinnen und Zahnärzte, die die KZV-Veranstaltung „Take the Chance – Deine Zahnarztpraxis“ besucht haben und sich danach niedergelassen haben, Fragen zu ihrer persönlichen Erfolgsstory. Im zweiten Teil erzählt Serpil Uzungelis, die seit dem 1. Juli 2024 eine Einzelpraxis in Eschweiler führt, ihre Geschichte.
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Serpil Uzungelis

Serpil Uzungelis führt seit dem 1. Juli 2024 eine Einzelpraxis in Eschweiler.
Frau Uzungelis, wann war für Sie klar, dass Sie sich selbständig machen wollen?
Serpil Uzungelis: Der Wunsch nach Selbstständigkeit hat sich bei mir schrittweise entwickelt. Der entscheidende Moment war, als mir klar wurde, dass ich meine fachlichen Vorstellungen, meine Arbeitsweise und den Umgang mit Patientinnen und Patienten langfristig nur in einer eigenen Praxis konsequent umsetzen kann. Der Gedanke, Verantwortung zu übernehmen und etwas Eigenes aufzubauen, hat sich schließlich stärker angefühlt als die Sicherheit der Anstellung.
Wieso haben Sie sich für eine Einzelpraxis entschieden?
Serpil Uzungelis: Da ich zuvor in dieser Praxis tätig war, kannte ich die Abläufe, das Team und die Patientenschaft bereits sehr gut. Das hat mir den Übergang in die Selbstständigkeit deutlich erleichtert. Die Einzelpraxis bietet mir darüber hinaus die Möglichkeit, Entscheidungen eigenverantwortlich zu treffen und meine Praxisphilosophie konsequent umzusetzen.
Was macht für Sie der Standort Eschweiler aus?
Serpil Uzungelis: Der Standort Eschweiler ist für mich besonders, da ich hier aufgewachsen bin und mich der Region sehr verbunden fühle. Diese Nähe erleichtert den Aufbau langfristiger Patientenbeziehungen. Zudem bietet Eschweiler eine stabile Infrastruktur und ein gutes Umfeld für eine moderne Zahnarztpraxis.
Sie haben vor den Beginn Ihrer Selbständigkeit die Veranstaltungsreihe „Take the Chance“ von der KZV Nordrhein besucht. Welche Inhalte der Veranstaltung haben Ihnen auf dem Weg in die Niederlassung am meisten geholfen?
Serpil Uzungelis: Besonders hilfreich waren für mich die praxisnahen Informationen zu wirtschaftlichen und organisatorischen Themen – von Praxisplanung bis hin zu rechtlichen Aspekten. Gleichzeitig haben mir die Erfahrungsberichte anderer Kolleginnen und Kollegen viel Sicherheit gegeben.
Außerdem hat mich „Take the Chance“ besonders gut darauf vorbereitet, zu wissen, bei welchen Fragestellungen ich mich an wen wenden kann. Die Veranstaltung hat mir Orientierung gegeben, welche Institutionen für welche Themen zuständig sind und wo ich im Bedarfsfall gezielt Unterstützung bekomme.

Wie haben Sie die Veranstaltung damals wahrgenommen?
Serpil Uzungelis: Die Atmosphäre war offen, wertschätzend und sehr angenehm. Besonders wichtig für mich war der Austausch mit anderen Kolleginnen und Kollegen: Einige hatten bereits ganz konkrete Pläne, andere wollten sich zunächst nur informieren. Zu erleben, dass viele ähnliche Fragen und Sorgen haben wie ich, und zu merken, dass man damit nicht allein ist, hat sich sehr gut und bestärkend angefühlt.
Gab es dennoch unerwartete Hindernisse auf Ihrem Weg zur eigenen Praxis?
Serpil Uzungelis: Ja, es gab eine unerwartete und sehr einschneidende Herausforderung: Ich bin während dieser Phase ernsthaft erkrankt und musste eine längere Therapie durchlaufen. Diese Zeit war natürlich nicht einfach. Umso dankbarer bin ich für die große Unterstützung durch die KZV und die Zahnärztekammer, die mich in jeder Hinsicht begleitet, beraten und mir viel Mut gemacht haben. Diese Rückendeckung war für mich enorm wichtig.
Wie hat sich Ihr Blick auf Ihre Arbeit seit der Entscheidung für die Selbständigkeit verändert?
Serpil Uzungelis: Mein Blick hat sich deutlich erweitert: Neben der zahnärztlichen Tätigkeit spielen nun auch unternehmerische Verantwortung, Mitarbeiterführung und strategische Planung eine große Rolle. Gleichzeitig empfinde ich die Arbeit als noch erfüllender, weil ich aktiv gestalten kann.
Abschließend: Welchen Tipp würden Sie jungen Kolleginnen und Kollegen geben, die noch zögern, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?
Serpil Uzungelis: Sich frühzeitig zu informieren, Fragen zu stellen und keine Angst vor dem Schritt zu haben. Perfekte Voraussetzungen gibt es selten – aber mit guter Vorbereitung und einem klaren Ziel ist die Selbstständigkeit absolut machbar.
Ich würde zudem, wenn die Möglichkeit besteht, einen Besuch von „Take the Chance“ empfehlen, weil die Veranstaltung Orientierung, Sicherheit und Motivation bietet. Sie zeigt realistisch, was auf einen zukommt, und macht Mut, den eigenen Weg in die Niederlassung zu gehen. Besonders wertvoll ist zudem die Möglichkeit, sich mit anderen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und aus den Erfahrungsberichten derjenigen zu lernen, die sich bereits niedergelassen haben.

Ist Ihr Interesse geweckt?
Die Veranstaltungsreihe „Take The Chance“ findet mehrmals im Jahr an verschiedenen Orten in Nordrhein statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Zahnärztinnen und Zahnärzte, die zum Beispiel in der Nähe des Veranstaltungsortes wohnen, werden persönlich angeschrieben und eingeladen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn Sie erst bei einer der nächsten Veranstaltung berücksichtigt werden.
Das Interview führte Patrick Deckers, KZV Nordrhein