Take the Chance: Den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt

In einer kleinen Serie beantworten junge Zahnärztinnen und Zahnärzte, die die KZV-Veranstaltung „Take the Chance – Deine Zahnarztpraxis“ besucht haben und sich danach niedergelassen haben, Fragen zu ihrer persönlichen Erfolgsstory. Den Anfang macht Dr. Juliane Hellmann, die seit dem 1. Januar 2025 in einer BAG niedergelassen ist.
Das Interview führte Patrick Deckers, KZV Nordrhein

Erstellt: 05.01.2026

Aktualisiert: 03.12.2025

Dr. Julia Hellmann in ihrer Praxis
© privat

Innovativ, produktiv und informativ: Mit diesen Schlagworten kann man die Niederlassungsveranstaltungen „Take the Chance – Deine Zahnarztpraxis“ treffend beschreiben. Mit dieser Reihe gibt die KZV Nordrhein angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten sowie Vorbereitungsassistentinnen und Vorbereitungsassistenten die Gelegenheit, sich über die Wege zur Gründung der eigenen Zahnarztpraxis zu informieren.

So erhielten auch jüngst wieder in Köln und Düsseldorf junge Zahnärztinnen und Zahnärzte wertvolle Infos und Tipps zur Niederlassung und den Themen Zulassungsprozedere, Budget und Abrechnung.

Die Reihe startete im November 2023 in Aachen als Pilotprojekt. Aufgrund ihres Erfolges und der euphorischen Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat sich das Pilotprojekt als fester Bestandteil in die Veranstaltungen der KZV Nordrhein gereiht.

Take The Chance – Deine Zahnarztpraxis zeichnet sich dadurch aus, dass junge niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte – jede/r in einer anderen Praxisform niedergelassen (Einzelpraxis, BAG, ÜBAG) – Erfahrungen ihres Praxisalltags und des eigenen Niederlassungsweges authentisch weitergeben. Sie geben zudem im Rahmen einer Talkrunde authentisch wertvolle Tipps aus erster Hand, stellen sich den zahlreichen Fragen und arbeiten Vor- und Nachteile der Niederlassungsformen heraus.

Frau Dr. Hellmann, was war der entscheidende Moment, an dem Sie wussten: Jetzt mache ich mich selbstständig?

Dr. Juliane Hellmann: Der entscheidende Moment ergab sich, als meine ehemaligen Chefs ankündigten, in den Ruhestand zu gehen. Die Praxis, in der ich bereits als angestellte Zahnärztin gearbeitet und mich gut eingelebt hatte, sollte in neue Hände übergehen. Und da habe ich mich gefragt: Wenn nicht jetzt, wann dann? Diese Chance konnte und wollte ich einfach nicht ungenutzt lassen.

Wieso haben Sie sich für eine BAG entschieden?

Dr. Juliane Hellmann: Bei der Größe der Praxis war für mich schnell klar, dass ich das nicht allein bewältigen möchte. Verantwortung, Organisation und Arbeitsalltag gemeinsam zu tragen, gibt mir Sicherheit und schafft Freiräume.

Welche Impulse aus „Take the Chance“ haben Ihnen auf dem Weg in die Niederlassung denn am meisten geholfen?

Dr. Juliane Hellmann: Vor der Veranstaltung hatte ich – wie viele junge Zahnärztinnen und Zahnärzte im Angestelltenverhältnis – kaum Berührungspunkte mit der KZV und eher ein distanziertes Bild. Durch den persönlichen Kontakt konnte ich diese Skepsis ablegen und die KZV als Partner kennenlernen, der auf dem Weg in die Selbstständigkeit mit Rat und Erfahrung unterstützt. Dieser Perspektivwechsel war für mich ein entscheidender Impuls.

Wie haben Sie die Veranstaltung damals wahrgenommen?

Dr. Juliane Hellmann: Mir hat besonders gut gefallen, dass die Runde bewusst klein gehalten war. Dadurch entstand schnell eine offene und persönliche Atmosphäre, in der man mit allen unkompliziert ins Gespräch kam.

Auf welche Herausforderungen bei der Niederlassung haben Sie sich durch Take the Chance gut vorbereitet gefühlt?

Dr. Juliane Hellmann: Das gesamte Zulassungsverfahren mit seinen verschiedenen Fristen und Formalitäten kann auf den ersten Blick durchaus verwirrend wirken. Durch „Take the Chance“ wusste ich jedoch sehr genau, was auf mich zukommt, sodass es in diesem Bereich keine unerwarteten Hürden mehr gab.

Wie hat sich Ihr Blick auf Ihre Arbeit seit der Entscheidung für die Selbständigkeit verändert?

Dr. Juliane Hellmann: Auf jeden Fall hat sich ein deutlich unternehmerischer Blick auf meine Arbeit entwickelt, den ich vorher so nicht hatte. Man muss lernen, ständig zwischen medizinischem Anspruch und wirtschaftlicher Realität zu balancieren.

Abschließend: Welchen Tipp würden Sie jungen Kolleginnen und Kollegen geben, die noch zögern, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?

Dr. Juliane Hellmann: Ich würde jungen Kolleginnen und Kollegen raten, nicht zu lange zu warten. Die Selbstständigkeit ist vor allem am Anfang ein intensiver Prozess mit langen Arbeitstagen, der viel Resilienz und Motivation erfordert. Ich glaube, dass einem das in einem jüngeren Alter oft leichter fällt. Außerdem kann man Investitionen langfristig planen, das Wachstum der Praxis gestalten und Risiken besser verteilen, als es später in der Karriere oft möglich ist.

Zudem empfehle ich, „Take the Chance“ zu besuchen, weil die Veranstaltung kompakt und verständlich Einblicke in organisatorische und zulassungsrelevante Themen bietet. Außerdem tut es gut zu merken, dass man mit seinen Fragen, Unsicherheiten und Zweifeln nicht allein ist. Das gibt Sicherheit und Motivation, den Schritt in die eigene Praxis zu wagen.

Die Veranstaltungsreihe „Take The Chance“ findet mehrmals im Jahr an verschiedenen Orten in Nordrhein statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Zahnärztinnen und Zahnärzte, die zum Beispiel in der Nähe des Veranstaltungsortes wohnen, werden persönlich angeschrieben und eingeladen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn Sie erst bei einer der nächsten Veranstaltung berücksichtigt werden.

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