Worauf muss ich bei einem Bewerbungsgespräch achten?

Herzlichen Glückwunsch, Sie wurden zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Sind Sie aufgeregt? Das müssen Sie nicht sein! Wenn Sie ein paar einfache Regeln im Kopf haben, sichern Sie sich bestimmt den Job.

Bei Bewerbungsgesprächen möchte jeder einen möglichst guten Eindruck machen. Immerhin geht es um die eigene Zukunft. Gerade als Jobeinsteiger ist man aber oft unsicher was es zu beachten gibt, möchte man sich möglichst gut darstellen.

Hier folgen nun einige Do's und Don'ts, die Sie bei einem Bewerbungsgespräch, egal in welcher Branche, befolgen sollten:

 

Do's:

  • Über die Firma informieren

Machen Sie sich im Vorfeld mit der Praxis vertraut. Hilfreich ist da vor allem der Internetauftritt. Sehen Sie sich die Website gut an. Sie sollten in der Lage sein, das Kerngeschäft und die Werte der Praxis wiederzugeben. Es macht außerdem einen guten Eindruck, wenn Sie ein paar Fragen zu Dingen stellen, die Ihnen von der Website allein nicht ganz klar geworden sind. So zeigen Sie, dass Sie sich mit Ihrem Gegenüber beschäftigt haben.

  • Garderobe nach der Branche richten

Informieren Sie sich vorher, welche Garderobe typisch ist. Generell gilt aber immer, auf ein gepflegtes Äußeres zu achten. In Jeans und T-Shirt bei einem Bewerbungsgespräch zu erscheinen, macht keinen guten ersten Eindruck. Übertreiben Sie es aber auch nicht. Zu viel Parfüm oder die besten High Heels müssen es auch nicht sein. In den meisten Fällen würden wir einem Business Casual Look raten.

  • Grundregel – nicht übertreiben

Sei es Parfüm, Schminke oder das Engagement. Sie sollten interessiert und bemüht wirken und sich auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet haben. Das heißt aber nicht, dass Sie Ihr Abendmakeup auftragen und sämtliche Mitarbeiter der Praxis auswendig kennen müssen. Denn zu viel kann auch abschreckend wirken.

  • 5 Minuten vor der Zeit, ist des Deutschen Pünktlichkeit!

Planen Sie reichlich Zeit ein und machen Sie ggf. lieber einen kleinen Spaziergang, sollten sie zu früh dran sein. Sie können besser ein wenig verfrüht eintreffen und eine kurze Wartezeit in Kauf nehmen, als sich zu verspäten. Denn von solchen Verhaltensweisen schließt der Arbeitgeber auf Ihr zukünftiges Verhalten als Mitglied seines Teams. So ist der erste schlechte Eindruck schnell entstanden. Sollten Sie es trotz aller Bemühungen nicht pünktlich schaffen, sollten Sie in der Praxis anrufen und dies ankündigen. Auch, wenn es sich nur um fünf Minuten handelt.

  • "Big Boss" oder "Ladies first"?

Wenn nicht deutlich wird, wer der oberste Chef ist, zuerst die Dame begrüßen.

  • Small Talk als positiven Einstieg in das Gespräch

Small Talk kann Ihnen dabei helfen das Gespräch zu beginnen, ohne direkt mit der Tür ins Haus zu fallen. Hier muss es gar nicht viel sein: Schon ein, zwei kurze Sätze können die Situation entspannen. Beginnen Sie den Small Talk doch einfach mit einem netten, positiven Kompliment, wie z.B. "Sie haben es hier aber schön!"

  • In Ruhe über Antworten nachdenken

Sie müssen nicht jede Antwort wie aus der Pistole geschossen liefern. Lassen Sie sich Zeit und denken kurz über Ihre Antwort nach, bevor Sie sprechen. Ihr Gegenüber weiß selbst, dass man nicht jede Antwort aus dem Stegreif parat hat. Manche Chefs testen Sie in einem Bewerbungsgespräch auch gerne mal und stellen etwas kniffligere Fragen – gerade um Sie zum Überlegen zu bringen. Behalten Sie hier die Ruhe und denken über Ihre Antwort nach. So nehmen Sie gleichzeitig das Tempo aus dem Gespräch und machen die Atmosphäre entspannter.

  • Eigene Fragen vorbereiten

Chefs freuen sich immer, wenn Sie offene Fragen haben. So zeigen Sie Ihr Interesse. Sie können Ihre Fragen auch direkt im Gesprächsfluss einbringen, wenn diese aufkommen oder thematisch passen. Natürlich gibt es ein paar Fragen, die Sie immer stellen können. So können Sie fragen, wie Ihr Arbeitsalltag aussehen würde oder Sie bitten den Zahnarzt, von seinem Team zu berichten.

 

Don'ts

  • Unpünktlichkeit

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!" Nur wenige Chefs lassen unangemeldete Unpünktlichkeit bei dem Bewerbungsgespräch durchgehen. Im schlimmsten Fall werden Sie zu Ihrem Gespräch gar nicht mehr empfangen. Deswegen gilt es hier kein Risiko einzugehen. Seien Sie lieber zu früh als zu spät.

  • Namen des Gesprächspartners vergessen

In Ihrem Fall werden Sie entweder mit dem Arzt oder der Praxismanagerin sprechen. Im Normalfall ist die Person, die Ihnen auf Ihre Bewerbung antwortet, die Person, die auch Ihr Bewerbungsgespräch führen wird. Ist dies nicht der Fall, wird Ihnen in der Gesprächseinladung mitgeteilt, mit wem Sie reden. Diesen Namen müssen Sie sich merken.

  • Unechtes Lachen

Sei du Selbst! Ein unechtes Lachen wirkt selten sympathisch. Den Witz Ihres Gegenübers nicht lustig zu finden ist gar nicht so schlimm, wie man denkt. Verstellen Sie sich nicht, sondern geben Sie sich so, wie Sie sind. Nur so können Sie sich gegenseitig ein Bild voneinander machen. Und sollte die Chemie zwischen Ihnen nicht stimmen, ist es besser für beide Parteien, dies direkt zu merken.

  • Kaugummi kauen

Dies stört nicht nur, sondern ist auch äußerst unhöflich. Oft wird es als mangelndes Interesse an Ihrem Gegenüber wahrgenommen. Diesen Eindruck zu vermitteln, sollten Sie tunlichst vermeiden.

  • Lebensgeschichte erzählen

Sie sollten schon ein wenig von sich erzählen. Beschränken Sie dies aber auf Ihren beruflichen Werdegang und die Dinge, nach denen Sie gefragt werden. Auch für den Small Talk können Kleinigkeiten angebracht werden. Es gilt aber: Halten Sie es kurz und interessant. Als Faustregel können Sie sich fragen: "Hilft diese Geschichte, mich interessanter wirken zu lassen?". Wenn nicht, ist sie für das Bewerbungsgespräch irrelevant.

  • Verschlossene Körperhaltung

Zeigen Sie kein Desinteresse, denn warum sind Sie hier? Weil Sie den Job möchten, also zeigen Sie auch Ihre Offenheit für Neues! Als verschlossene Körperhaltung gilt alles, was Sie dem Gegenüber optisch "verschließt". Vor der Brust verschränkte Arme, mangelnder Augenkontakt oder eine zusammengesackte Körperhaltung. Achten Sie auf eine Körperhaltung, die Ihr Interesse optisch ausdrückt. Sitzen Sie aufrecht, nehmen Sie die Schultern zurück und lächeln Sie. Schauen Sie dem Gegenüber in die Augen und nicken Sie ab und an. So zeigen Sie, dass die den Erzählungen Ihres Gesprächspartners folgen.

  • Dem Gesprächspartner ins Wort fallen

Natürlich möchten Sie Ihren zukünftigen Chef von sich überzeugen. Dazu müssen Sie ihm von sich erzählen. Allerdings sollten Sie auch aktiv zeigen, dass Sie Interesse an der Praxis haben. Hören Sie den Ausführungen des Arztes aufmerksam zu und gehen Sie auf seine Erzählungen ein. Warten Sie, bis es Ihre Zeit ist zu reden. Dann können Sie von sich berichten.

  • Unwahrheiten

"Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht!" Lügen kommen meistens ans Licht. Lügen helfen Ihnen in dieser Situation nur sehr kurzfristig. Wenn Sie sich "über Wert"   verkaufen, kommt im Tagesgeschäft sehr schnell raus, wo Sie Unwahrheiten erzählt haben. Der Chef verlässt sich auf das, was Sie im Bewerbungsgespräch und Ihren Unterlagen angepriesen haben. Können Sie diese Fähigkeiten aber dann nicht demonstrieren, wirft das ein schlechtes Licht auf Sie.

  • Überzogene Gehaltsvorstellung

Auf dem Boden der Tatsachen bleiben und vorher schlau machen, in welcher Gehaltskategorie sich der angestrebte Job befindet. Als Jobeinsteiger fällt es schwer, sich auf ein Zielgehalt festzulegen. Aber hier bietet das Internet Hilfe. Übersichten über Gehälter finden sich hier schnell. Was konkrete Verhandlungen angeht, ist feilschen angesagt. Setzen Sie immer ein wenig höher an, so dass Sie sich am Ende bei Ihrem Zielgehalt einigen können.

  • Nach Urlaub Fragen

Der erste Urlaub kommt schon früh genug, erstmal sollte man im neuen Job Engagement zeigen und nicht direkt flüchten wollen. Die Anzahl ihrer Urlaubstage können Sie immer noch erfragen, wenn Sie Ihren konkreten Arbeitsvertrag verhandeln.

 

Sie sehen also, es gibt ein paar Faustregeln, die man beachten sollte. Denn für einen ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance! Die wichtigste Regel ist und bleibt allerdings "Sei du Selbst!". Atmen Sie vor der Tür der Praxis noch einmal tief durch und starten Sie den Termin mit einem Lächeln.

Kim Ringst, ZA

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