Die Zukunft ist weiblich – und vielfältig
Austausch, Impulse und Perspektiven beim ZahnärztinnenTag
Der ZahnärztinnenTag der KZV Nordrhein hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem echten Erfolgsformat entwickelt. Nach der überwältigenden Resonanz im vergangenen Jahr war auch die zweite Auflage am 13. Juni 2026 in Düsseldorf restlos ausgebucht. Die Nachfrage übertraf sogar die des Vorjahres – ein deutliches Zeichen dafür, wie groß der Wunsch nach Austausch, Inspiration und Vernetzung unter Zahnärztinnen ist.
TEXT Alexandra Schrei, KZV Nordrhein
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Schon beim Eintreffen war die besondere Atmosphäre spürbar. Die Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Zwischen fachlichen Impulsen und persönlichen Begegnungen entstand ein offener, wertschätzender Rahmen, der den gesamten Tag prägte.
In ihrer Begrüßung machten die Organisatorinnen Dr. Susanne Schorr, Vorsitzende der Vertreterversammlung, und Elvira Catikkas, KZV-Abteilungsleiterin Vertragswesen II, deutlich, worum es bei der Veranstaltung geht: Frauen in der Zahnmedizin zu stärken und sie auf ihrem individuellen Berufsweg zu begleiten. Die Themenpalette reichte von Selbstfürsorge im Praxisalltag über Altersvorsorge und finanzielle Planung bis hin zu persönlichen Erfahrungsberichten von Niedergelassenen.
Fokus auf die Zukunft des Berufsstandes
Unter dem Titel „Generationen bauen Brücken – der Schlüssel zu einer starken Versorgung“ zeigten Dr. Susanne Schorr und Elvira Catikkas Entwicklungen auf, die die zahnärztliche Versorgung in den kommenden Jahren prägen werden. Dabei wurde deutlich: Die Zukunft der Zahnmedizin liegt nicht in den Händen einer einzelnen Generation, sondern im Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Lebens- und Berufsmodelle. Die Referentinnen zeigten auf, wie sich der Berufsstand verändert – durch die zunehmende Feminisierung, neue Formen der Zusammenarbeit, den Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten und die wachsende Bedeutung von Anstellungsverhältnissen. Spätestens 2028 werden Frauen voraussichtlich die Mehrheit im Berufsstand stellen. Bereits heute sind mehr als zwei Drittel der neu in die Versorgung eintretenden Zahnärztinnen und Zahnärzte weiblich.
Besonders spannend war der Blick auf die verschiedenen Generationen. Zwischen Babyboomern, Generation X, Y und Z gibt es durchaus unterschiedliche Vorstellungen von Arbeit, Karriere und Lebensgestaltung. Gleichzeitig zeigte der Vortrag, dass viele vermeintliche Gegensätze bei genauerem Hinsehen gar nicht so groß sind. Denn unabhängig vom Geburtsjahr verbindet Zahnärztinnen und Zahnärzte ein gemeinsames berufliches Selbstverständnis: die Verantwortung für ihre Patientinnen und Patienten sowie der Wunsch nach einer qualitativ hochwertigen Versorgung.
Die zentrale Botschaft lautete daher: Nicht die Unterschiede sind entscheidend, sondern die Stärken, die jede Generation einbringt. Erfahrung trifft auf neue Perspektiven, Bewährtes auf Innovation. Gerade der generationsübergreifende Austausch kann dazu beitragen, die zahnärztliche Versorgung langfristig zu sichern und zukunftsfähig zu gestalten.
Dass diese Botschaft bei den Teilnehmerinnen ankam, zeigte sich nicht zuletzt in den zahlreichen Gesprächen während der Pausen. Am Ende des Tages blieb das Gefühl, Teil eines starken Netzwerks zu sein – und die Gewissheit, dass die Zukunft der Zahnmedizin weiblicher, vielfältiger und gemeinschaftlicher wird.
Viele praxisnahe Impulse
Neben dem Vortrag der KZV Nordrhein gab es für die Teilnehmerinnen viele weitere praxisnahe Impulse: Wirtschaftspsychologin und Coachin Britta Cornelißen widmete sich der Selbstfürsorge im Praxisalltag und zeigte auf, warum bewusste Pausen und achtsamer Umgang mit den eigenen Ressourcen keine Nebensachen sind. Dr. Ute Genter-Niebling, Versorgungswerk der ZÄK Nordrhein, informierte über die Altersvorsorge im VZN und die Möglichkeiten der finanziellen Absicherung im Berufsleben. Persönliche Erfahrungen aus der Niederlassung standen schließlich im Mittelpunkt eines Gesprächs mit zwei Zahnärztinnen. Die neu niedergelassenen Zahnärztinnen Dr. Miriam Maiß, Düsseldorf, und Dr. Charlotte Wenzel, Remscheid, gaben im Interview mit Monika Kustos, Abteilungsleitung Register/Zulassung, Einblicke in ihren Praxisalltag. Dr. Maria Grazia Di Gregorio gab Einblicke in die moderne digitale Prothetik und Tanja Yalcin zeigte anhand praxisnaher Beispiele auf, warum finanzielle Stärke kein Zufall ist.
Die Abstracts werden in der kommenden Zeit nach und nach veröffentlicht. Den vollständigen Beitrag finden Sie im Rheinischen Zahnärzteblatt 07/08 2026 ab Seite 46.